Über das Projekt ZFD

Diese Webseite war die Kampagnenseite für die Abstimmung vom 2. Dezember 2001 über die Initiative «Solidarit&auuml;t schafft Sicherheit: Für einen freiwilligen Zivilen Friedensdienst (ZFD)». Die Seite ist zur Information nach wie vor online.

Lesen Sie einen Kommentar zum Stand des Projektes aus dem Jahr 2005...

gewaltfrei?
 
Argumentarium
 

Kann man gewaltfrei in bewaffnete Auseinandersetzungen eingreifen?

Ist Gewaltvorbeugung eine naive Utopie? Konflikte wird es immer geben - aber sie müssen nicht notwendigerweise gewalttätig verlaufen. Die internationale Gemeinschaft kann Konflikte zivil bearbeiten, bevor sie zu Kriegen eskalieren. In der Früherkennung von Konflikten und in der Vorbeugung bewaffneter Auseinandersetzungen liegt die Stärke eines zivilen Friedensdienstes. Aber auch wenn sich die Situation zuspitzt, bestehen Möglichkeiten gewaltfreien Eingreifens. Besuchen und beobachten, begleiten, berichten und bilden - dies sind bewährte Methoden, mit denen in den letzten Jahren positive Erfahrungen gemacht wurden.

Schon die blosse Präsenz gut ausgebildeter, neutraler BeobachterInnen erhöht den Spielraum für lokale Friedensbemühungen entscheidend und nachhaltig. Zusammen mit internationalen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und der lokalen Kirche trägt bespielsweise die schweizerische NGO-Koalition CORSAM mit jährlich 25 SchweizerInnen in Friedenscamps dazu bei, dass die Friedenshoffnungen im bewaffneten Konflikt in Chiapas (Mexiko) nicht vorzeitig begraben werden müssen.

Die Begleitung gefährdeter Personen aus sozialen Bewegungen, wie sie etwa die Organisation «Peace Brigades International» seit 1981 praktiziert, hat einen ähnlichen Effekt. Die spätere Friedens-Nobelpreisträgerin Rigoberta Menchu aus Guatemala konnte ihre Aktivitäten nur unter dem Schutz permanenter internationaler Begleitung entfalten.

Die ständige Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit ist der beste Garant für die Einhaltung der Menschenrechte in Konfliktsituationen. Kommerzielle Medien interessieren sich aber häufig mehr für auflagesteigernde Sensationsbilder als für Hintergrundberichte. Um so wichtiger ist die kontinuierliche Berichterstattung unabhängiger Organisationen, wie sie im Menschenrechtsbereich beispielsweise von Amnesty International oder Human Rights Watch praktiziert wird. In Konfliktregionen ist diese Art der Berichterstattung sowohl für die Konfliktparteien als auch für aussenstehende Akteure oft die einzige Informationsgrundlage, auf der ein Ausweg aus einer scheinbar verfahrenen Situation gefunden werden kann. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat den Wert solcher Aktivitäten erkannt und sucht vermehrt den Austausch mit NGOs. Schliesslich ist gerade in Konfliktsituationen die Verbreitung von Grundlagen und Praktiken gewaltfreier Konfliktbewältigung zentral. Die von Peace Brigades International in Haiti angebotenen Konfliktlösungs- und Vermittlungskurse stiessen auf ein derart grosses Interesse, dass das Programm schliesslich sogar von der zivilen Uno-Mission unterstützt wurde.

Es gibt wirksame Mittel für die gewaltfreie Beilegung drohender Feindseligkeiten: Die Früherkennung von Konflikten, die Unterstützung und Vernetzung lokaler Friedenskräfte sowie die Präsenz internationaler Organisationen und NGOs, welche Dialoge ermöglicht und die Hemmschwelle für Gewaltanwendung erhöht. Der ZFD gibt diesen Ansätzen eine neue Dimension.

 

 
http://www.zfd.ch/ last change: 04-Mar-2015